- Sandra Niederstraß
Darum ist der Heißbrand von Tieren verboten!
Das Brandzeichnen von Tieren auch als Heißbrand bekannt ist eine jahrhundertealte Methode, um Nutztiere zu markieren und ihrem Besitzer zuzuordnen. Was früher als selbstverständlich galt, ist heute in Deutschland aus gutem Grund faktisch verboten. In diesem Beitrag erfährst du, warum der Heißbrand für Tiere so problematisch ist, was das Gesetz dazu sagt und welche humanen Alternativen heute zur Verfügung stehen.
Herkunft und Zweck des Brandzeichnens
Beim Brandzeichnen wird mit einem erhitzten Metallgegenstand dem sogenannten Brandeisen ein dauerhaftes Zeichen in die Haut des Tieres eingebrannt. Ziel war es, Nutztiere eindeutig einem Besitzer zuzuordnen, besonders dort, wo Tiere gemeinschaftlich auf Weiden gehalten wurden. Diese Methode hat eine lange Geschichte und genau das macht es umso wichtiger, sie heute kritisch zu betrachten.
Branding – nicht nur für Tiere und Produkte
Übrigens: Das Brandzeichen hat nicht nur in der Tierwelt und im Handwerk eine lange Tradition. Auch als Form der Körpermodifikation wird Branding seit Jahrzehnten praktiziert allerdings mit ganz unterschiedlichen Motiven und Bedeutungen. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wirf gern einen Blick in unseren Blogbeitrag: Branding auf der Haut zur Body-Modifikation
Risiken und Leiden: Warum der Heißbrand Tieren schadet
Der Heißbrand ist für Tiere äußerst schmerzhaft. Die Folgen gehen dabei weit über den kurzen Brennvorgang hinaus:
- Starke Schmerzen während und nach dem Einbrennen
- Entzündungen und Infektionen an der behandelten Stelle
- Im schlimmsten Fall: schwere Verletzungen oder Tod
- Dauerhafter Stress für das Tier durch das Erlebnis
Aus diesen Gründen wurde das Brandzeichnen in vielen Ländern eingeschränkt oder vollständig verboten.
Die Gesetzeslage in Deutschland: Heißbrand faktisch verboten
Seit dem 1. Januar 2019 gilt in Deutschland: Eine Kennzeichnung mit Brandzeichen ist nur noch unter lokaler Betäubung erlaubt. Das klingt nach einem Kompromiss ist aber in der Praxis aber ein faktisches Verbot: Für Pferde ist in Deutschland derzeit kein entsprechendes Anästhetikum zugelassen. Ohne Betäubung ist der Heißbrand nicht erlaubt also ist er schlicht nicht durchführbar.
Probleme über den Tierschutz hinaus
- Neben dem offensichtlichen Tierleid sprechen auch praktische Argumente gegen das Brandzeichnen:
- Unzuverlässigkeit: Brandzeichen können mit der Zeit verblassen oder sich verändern – eine eindeutige Identifikation wird so erschwert
- Konfliktpotenzial: Unklare oder ähnliche Brandzeichen führen in gemeinschaftlich genutzten Weidebereichen schnell zu Eigentumskonflikten – bis hin zu ernsthaften Streitigkeiten
- Der Heißbrand ist damit nicht nur ethisch fragwürdig, sondern auch als Identifikationsmethode schlicht unzuverlässig.
Humane Alternativen zur Tierkennzeichnung
- Glücklicherweise stehen heute schonendere und effektivere Methoden zur Verfügung, um Nutztiere eindeutig zu kennzeichnen:
- Ohrmarken und Tätowierungen: weniger schmerzhaft, langlebig und gut lesbar
- Elektronische Identifikationssysteme (Mikrochips): besonders zuverlässig, fälschungssicher und tierschonend
- Diese modernen Verfahren sind nicht nur tierfreundlicher, sondern bieten auch eine deutlich bessere Grundlage für eine sichere und dauerhafte Zuordnung.
Unser Standpunkt
Wir sind überzeugt: Tierschutz muss Vorrang haben. Daher setzen wir ausschließlich auf humane Alternativen und distanzieren uns klar vom Brandzeichnen von Tieren. Wir stellen keine Brennstempel für die Kennzeichnung von Tieren her und das aus Überzeugung.
Heißbrand von Tieren – Fazit
Der Heißbrand ist schmerzhaft, unzuverlässig und in Deutschland faktisch verboten. Die Argumente dagegen sind eindeutig aus Tierschutzsicht ebenso wie aus praktischer Perspektive. Moderne Methoden wie Mikrochips oder Ohrmarken bieten heute alles, was eine zuverlässige Tierkennzeichnung braucht ohne Leid, ohne Risiko.
Du hast noch Fragen?
Wenn du Fragen rund um unsere Produkte hast oder wissen möchtest, wofür sich ein Brandeisen eignet und wofür nicht wir helfen dir gern weiter. Sende uns dazu gern eine Anfrage.